
Erfindergeist war schon immer in Mecklenburg-Vorpommern zuhause: Der erste geschlossene Taucheranzug, den der Vorpommer Peter Kreeft 1799 konstruierte, ist ein historisches Beispiel hierfür.
Neuentwicklungen von heute sind häufig komplexe Spitzentechnologien: Auf weltweites Interesse stoßen beispielsweise biokompatible Oberflächen für Implantate, die aus unserem Land kommen. Initiatoren und Ideengeber von Forschung und Entwicklung sind die Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns, aber auch zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Ihr Themenspektrum reicht von der satellitengestützten Erdbeobachtung über die Kernfusion oder Alterungsprozesse beim Menschen bis zur Nutztierforschung.
Forschung und Entwicklung zu fördern, ist ein wichtiges Ziel der Landespolitik. Der interdisziplinäre Wissensaustausch soll über Ländergrenzen hinweg möglich sein; die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft günstige Rahmenbedingungen für einen effizienten Technologietransfer schaffen. Innovative Ideen sollen schnellstmöglich weiterentwickelt werden - zu vertriebsreifen Produkten und Verfahren mit Chancen auf dem weltweiten Markt. Ein Beispiel für eine solche gelungene Kooperation ist BioCon Valley. Diese Initiative bündelt einheimische Kompetenz und Marketingstrategien im Bereich Life Sciences (Lebenswissenschaften).
Um die Hochschulen des Landes verstärkt zu profilieren und ihre Modernisierung zu unterstützen, hat das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ein Programm zur Förderung der wissenschaftlichen Exzellenz aufgelegt: Von 2010 bis 2014 werden hierfür 15 Millionen Euro (EU-Strukturfondsmittel: 12 Millionen Euro; Landesmittel: 3 Millionen Euro) bereitgestellt. Damit soll:
Der landesweite Ideenwettbewerb "VentureCup Mecklenburg-Vorpommern" sucht frische Gründungsideen von Studenten und Forschern der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Auf diese Weise sollen Gründer dabei unterstützt werden, ihre Forschungsergebnisse mit innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen auch in Mecklenburg-Vorpommern umzusetzen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellte 2008 acht neue Zentren für Innovationskompetenz (ZIK) in Ostdeutschland vor. Unter ihnen befinden sich zwei aus Mecklenburg-Vorpommern: Das Zentrum HIKE - Humorale Immunreaktionen bei kardiovaskulären Erkrankungen - erforscht an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald mit Methoden der Nanotechnologie, wie das Immunsystem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagiert; speziell die Wirkung von Antikörpern. Plasmatis am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. forscht in Greifswald an der Wundheilung durch Plasmaquellen, insbesondere bei chronischen Wunden. Beide neue Zentren für Innovationskompetenz werden vom Bund über fünf Jahre mit jeweils rund 6,25 Millionen Euro Starthilfe gefördert.
Als eines von sechs Pilotprojekten zur Spitzenforschung in den neuen Ländern wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 2008 der Campus PlasmaMed, ebenfalls aus Greifswald, ausgewählt: Die in Europa einzigartige Konzentration von Plasmaforschung verbindet das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. mit den Universitäten Greifswald und Rostock sowie die Fachhochschule Stralsund und die Hochschule Neubrandenburg. Mit der interdisziplinären Kombination von Plasmaforschung und Lebenswissenschaften sollen in Mecklenburg-Vorpommern Akzente in der weltweit neuen Forschungsdisziplin "Plasmamedizin" gesetzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt dieses Projekt für die direkte therapeutische Plasma-Anwendung drei Jahre lang mit acht Millionen Euro.