Das Stadtgebiet von Schwerin wurde im frühen Mittelalter von den slawischen Obotriten besiedelt. Sie errichteten auf der heutigen Schlossinsel eine Burg, die im Jahr 1018 erstmals unter dem Namen "Zuarin" Erwähnung fand. 1160 unterwarf der Welfenherzog Heinrich der Löwe die Obotriten und begann mit dem planvollen Ausbau Schwerins. Er gilt daher als der Gründer der Stadt.
1167 wurde der Bischofssitz von Burg Mecklenburg nach Schwerin verlegt, das sich in der Folgezeit zum geistlichen Zentrum der Region entwickelte. Bereits 1175 begann man mit dem Bau eines romanischen Doms, der zwischen 1270 und 1416 zur heute sichtbaren gotischen Kathedrale erweitert wurde. Der fast 120 Meter hohe Turm, der die Schweriner Innenstadt überragt, ist ein neugotischer Anbau, der erst zwischen 1889 und 1892 entstand.
1358 erwarb der mecklenburgische Herzog Albrecht II. Schwerin und machte es zu seiner Residenzstadt. Bis 1918 blieb Schwerin mit nur zwei Unterbrechungen (1628-1631 und 1756-1837) Sitz der mecklenburgischen Herzöge. Ihnen verdankt es seine berühmteste Sehenswürdigkeit: das Schweriner Schloss. Malerisch auf einer Insel im Schweriner See gelegen, entstand das Schloss seit dem 16. Jahrhundert auf den Mauern der früheren Burg. Das heutige Erscheinungsbild ist maßgeblich vom Umbau bestimmt, der zwischen 1845 und 1857 von den Architekten Georg Adolph Demmler und Friedrich August Stüler geleitet wurde. Für ihn standen britische und französische Vorbilder Pate, allen voran das Schloss Chambord an der Loire. Mit den wachsenden Bedürfnissen des herzoglichen Hofstaats entwickelte sich auch die einheimische Wirtschaft.
Seit dem Mittelalter hat sich Schwerin über eine große Fläche ausgebreitet. Nach 1705 entstand nördlich der Altstadt die sogenannte Schelfstadt. Im 19. Jahrhundert kamen im Westen die gründerzeitliche Paulsstadt und im Süden die Feldstadt hinzu. Durch zahlreiche Eingemeindungen erreichte Schwerin bis 1936 seine heutige Ausdehnung. Zu DDR-Zeiten war Schwerin Bezirksstadt. Neue Industrie wurde angesiedelt und Plattenbaugebiete wie der Große Dreesch errichtet.
Seit 1990 ist Schwerin die Hauptstadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Den Landtag beherbergt das Schweriner Schloss. 2009 richtete die Stadt die Bundesgartenschau (BUGA) aus. Sie stand unter dem Motto "Sieben Gärten mittendrin".
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