
In Mecklenburg-Vorpommern gehen derzeit rund 727.600 Menschen einer Erwerbstätigkeit nach (Jahresdurchschnitt: 2010). Das sind etwa 3.800 weniger als ein Jahr zuvor. Etwa 90 Prozent von ihnen sind Arbeitnehmer, rund ein Zehntel der Erwerbstätigen ist selbständig. Die Arbeitslosenquote lag 2011 bei durchschnittlich rund 12,2 Prozent (absolut: 107.550). Der größte Dienstleister für Arbeitslose bzw. -suchende ist die Bundesagentur für Arbeit.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 hat sich Mecklenburg-Vorpommern zu einem attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort inmitten der Wachstumsregion Ostseeraum entwickelt. Das Land überzeugt Investoren mit moderner Infrastruktur und offensiver, nachhaltiger Wirtschaftspolitik, die gezielt neue Wachstumspole fördert und zugleich traditionelle Wirtschaftsbereiche stärkt. Trotz aller positiven Entwicklung müssen die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und damit Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt weiter verbessert werden, denn der Nordosten braucht noch mehr Unternehmen und Selbständige.
Ein wichtiges Ziel der Wirtschaftspolitik Mecklenburg-Vorpommerns besteht darin, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Maßgebliche Instrumente sind hierbei das Investitionsförderprogramm Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und die Investitionszulage. Das Landesprogramm "Arbeit durch Bildung und Innovation" (ArBI) soll nachhaltiges Wirtschaftswachstum schaffen, die Wirtschaft stärken und so zu attraktiven, dauerhaften und existenzsichernden Arbeitsplätzen führen. Die Innovationskraft der Unternehmen soll unterstützt, Bildung und Wissen sollen gestärkt werden. Die junge Generation zu fördern, erhält im ArBI-Programm besonderes Gewicht, denn es setzt nicht erst in der Berufsausbildung an, sondern bezieht bereits die Ausbildung in der Schule mit ein. So soll die Basis für einen guten und hoch qualifizierten Fachkräftenachwuchs geschaffen werden, den die Unternehmen im Land dringend benötigen.
Um die Wirtschaftsbasis des Landes zu verbreitern und mehr hochwertige, zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen, ist Mecklenburg-Vorpommern auf mehr innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen angewiesen. Deshalb zielt das Landesprogramm "Arbeit durch Bildung und Innovation" darauf, die anwendungsbezogene Forschung an Hochschulen und Forschungsinstituten zu stärken und die Ergebnisse in die Unternehmen im Land zu übertragen.
Zugleich setzt sich das Land dafür ein, dass Zukunftsbranchen wie die Life Sciences oder Umwelttechnologie dauerhaft einen festen Platz in der Wirtschaftsstruktur finden. Erfolgreiche Unternehmensansiedlungen in den letzten Jahren – zum Beispiel in der Ernährungswirtschaft – oder die boomende Gesundheitswirtschaft belegen den Erfolg des Konzeptes und sprechen für das gute Investitionsklima in Mecklenburg-Vorpommern.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung sind qualifizierte und engagierte Arbeitskräfte. Mecklenburg-Vorpommern bietet sie. Zudem hat der demografische Wandel den Lehrstellenmarkt im Land erreicht. Für die Unternehmen wird es vor dem Hintergrund einer abnehmenden Zahl an Bewerbern immer wichtiger, sich den Fachkräftenachwuchs von morgen zu sichern und an sich zu binden. Im Jahr 2010 haben nur 10.486 Jugendliche die allgemeinbildenden Schulen verlassen - 1996 waren es noch knapp 30.000. Der Wettbewerb um geeigneten Nachwuchs wird sich also spürbar verschärfen.