
Mecklenburg-Vorpommern bietet ideale Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung der Unternehmen der IT- und Kommunikationsbranche. Neben so grundlegenden Standortvorteilen wie günstigen Gewerbemieten verfügt das Land über zahlreiche branchenspezifische Vorzüge. Dazu gehört das leistungsfähige, komplett digitalisierte Telekommunikations- und Datennetz – eines der jüngsten und modernsten der Welt.
Bereits heute sind hierzulande in etwa 650 Firmen über 14.500 Beschäftigte tätig, die Hard- und Softwareprodukte entwickeln, vermarkten und betreuen. Hinzu kommen 115 Service- oder Call-Center mit etwa 16.000 Mitarbeitern. Die Service-Center werden von der 2001 gegründeten Telemarketing Initiative Mecklenburg-Vorpommern (TMI M-V) vertreten. Ein weiteres Netzwerk gibt es in der Geoinformationswirtschaft (GeoMV) des Landes.
Etwa ein Drittel der IT-Unternehmen ist in der Forschung aktiv. Die Hochschulen des Landes bilden hochqualifiziertes Personal für diese Aufgabe aus. Dort lernen und forschen derzeit rund 2.500 Studierende und Experten im Bereich Informationstechnologie. Von den Hochschulen gehen auch Initiativen für die interdisziplinäre und praxisbezogene Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung aus. Der in Rostock ansässige Micon e.V., eine außeruniversitäre gemeinnützige Einrichtung, ist ein Beispiel hierfür.
Das Land hat eine Reihe von IuK-Kompetenzzentren gefördert, wie zum Beispiel das Electronic-Commerce-Center in Neubrandenburg, das Zentrum für angewandte Telemedizin in Greifswald, das Informatikcenter Roggentin oder den Multimediaport in Wismar auf dem Gelände des ehemaligen Holzhafens. Die Entwicklung und Nutzung neuer IuK-Technologie wird vom Land maßgeblich durch das Programm „Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“ unterstützt.
Seit 2005 koordiniert die IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommern (ITI-MV) die Interessen der Branche. Der Verein, dem zahlreiche IT-Unternehmen, namhafte Forschungseinrichtungen und mehrere Hochschulen des Landes angehören, setzt sich für ein professionelles Standortmarketing ein. Er unterstützt die Bildung von Unternehmensnetzwerken und fördert den internationalen Austausch von Erfahrungen und praktischem Know-how. Neben der kontinuierlichen Präsenz auf anerkannten Messen sieht die Initiative zudem die Förderung des Nachwuchses als eine wichtige Aufgabe an, denn qualifiziertes Personal ist ein bedeutender Standortfaktor.
Derzeit fehlen nach einer Schätzung von Experten rund 300 Fachkräfte für die Informationstechnologie in Mecklenburg-Vorpommern. Der Nachwuchsmangel bremst inzwischen das Wachstum und ist eine Herausforderung für die Unternehmen, Schulen und Hochschulen des Landes. Bundesweit wird bis zum Jahr 2012 mit einer Wachstumsrate von zwei Prozent jährlich gerechnet. Im Jahr 2011 sollen etwa 10.000 weitere Arbeitsplätze entstehen. In Deutschland ist die IT-Branche mit rund 145 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung noch vor dem Automobil- und Maschinenbau der größte Wirtschaftsbereich.