
Städte verändern sich: Sie entstehen, wachsen und schrumpfen. Die Herausforderung für die Stadtplanung und -entwicklung in unserer Zeit besteht darin, bereits frühzeitig auf die sich abzeichnenden demografischen Veränderungen in unserer Gesellschaft und den wirtschaftlichen Strukturwandel zu reagieren. Schrumpfende Städte können dabei als eine Chance begriffen werden, die Stadtstrukturen in positivem Sinne zu verändern. Dieser Prozess wird als Stadtumbau bezeichnet.
Das Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost" fördert seit 2002 den Stadtumbau in ostdeutschen Kommunen. Ziel des Programms ist es, dem zunehmenden Wohnungsleerstand in den Plattenbaugebieten entgegenzuwirken, aber auch dem drohenden Verfall in Teilen der historischen Altstädte. 2001 standen in der Güstrower Innenstadt rund 43 Prozent der Wohnungen leer. Im historischen Wismar - heute UNESCO-Weltkulturerbe - lag die Quote bei mehr als 18 Prozent.
Aufwertung und Rückbau sind die zwei Strategien, mit denen im Rahmen des Stadtumbaus Ost intakte, zukunftsfähige Stadtstrukturen geschaffen werden sollen.
Das zentrale Ziel des Stadtumbaus in Mecklenburg-Vorpommern ist es, die Innenstädte zu revitalisieren und zu stärken. Das erfolgt u. a. dadurch, dass Altbauten modernisiert und instandgesetzt werden sowie durch infrastrukturelle Maßnahmen im Wohnumfeld. In peripher gelegenen Neubaugebieten besteht eine wichtige Aufgabe darin, die Quartierszentren zu attraktiven Lebensräumen weiterzuentwickeln. Gegenwärtig kommen mehr als 80 Prozent der Mittel aus dem Programmteil Aufwertung den Innenstädten zugute, die restlichen knapp 20 Prozent erhalten Plattenbaufördergebiete.
Auch der behutsame Rückbau nicht mehr benötigten Wohnraums in Stadtrandlagen und ländlichen Gebieten leistet einen wichtigen Beitrag, intakte Stadtstrukturen zu schaffen. Durch ihn wurde der Wohnungsleerstand im Land von 11,2 Prozent im Jahr 2003 auf 8,2 Prozent im Jahr 2008 gesenkt. Wie Wohngebiete durch Auflockerung und Teilrückbau an Attraktivität gewinnen können, zeigen das gelungen umgestaltete Ostseeviertels Parkseite in Greifswald und die Parchimer Weststadt, zwei ehemalige DDR-Plattenbaugebiete aus den 1980er Jahren.