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Tunnel statt Turm

Neue Grabungen am slawischen Burgwall Groß Raden

Turm Groß Raden
So sahen Besucher den Eingang bisher.
Foto: Thomas Richter

12.11.2008 - Archäologen haben am altslawischen Tempelort Groß Raden, nordwestlich von Sternberg, mit neuen Ausgrabungen begonnen. Die Forscher untersuchen dabei auch ein Stück des slawischen Burgwalls, dass der Entdecker Professor Ewald Schuldt bei seiner Arbeit in den 70er-Jahren nicht untersucht hatte. Vor allem Überreste des historischen Eingangs der Anlage werden gesucht. Nach dem Abschluss der Arbeiten soll ein neuer Eingang gebaut werden.

Der markante Holzturm, der bisher als Zugang zur Festung diente, wurde abgerissen. Für den Abriss gibt es zwei gute Gründe: Der Turm war einerseits beschädigt, andererseits ist er auch eine historische Fehlinterpretation. In der Slawenzeit stand am Burgwall kein Turm; man gelangte durch einen Tunnel in das Innere. So ein Zugang ließ sich bei bei Gefahr leicht verschließen.

Schon bei den Ausgrabungen von 1973–1980 sind Teile eines Tunneltores entdeckt worden. Jetzt erhoffen sich die Archäologen weitere Hinweise für die vorbildgerechte Rekonstruktion des Tores, das in der Slawenzeit durch den Wall in das Innere des Burgwalles führte. So erwartet Grabungsleiter Dr. Frank Wietrzichowski, dass die untere Balkenkonstruktion wahrscheinlich noch in der Originallage im Wall stecken dürfte.

Tunneltor Slawenburg Raddusch
So soll der neue Zugang zur Burg Groß Raden aussehen.
Foto: Förderverein Slawenburg Raddusch

Neben der genauen Lage des historischen Burgeingangs versuchen die Forscher auch, Hinweise auf mehrere Bauphasen und die Nutzungsdauer der Anlage zu finden.

Wenn die Ausgrabungen abgeschlossen sind, wird ein weitgehend originalgetreuer Nachbau des Tunneltores in den Wall gebaut. Die Besucher des Museums können dann wie vor rund 1000 Jahren ebenerdig in das Innere des Burgwalles gelangen. Von dort kann man auch wieder auf den Wehrgang steigen und den Blick über den See und den rekonstruierten altslawischen Tempelort genießen. Geplant ist das Tunneltor für 2009. Bis es soweit ist, können Besucherinnen und Besucher des Archäologischen Freilichtmuseum die Gelegenheit nutzen, den Wissenschaftlern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Mehr Informationen:



Quelle: Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Schweriner Volkszeitung

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