13.08.2009 - Wenn heute die Störtebeker-Festspiele Touristen nach Rügen oder das Piraten-Open-Air nach Grevesmühlen locken, fasziniert das Schauspiel Jung und Alt. Vor 750 Jahren war das noch ganz anders. Küstenstädte mussten sich vor Seeräubern schützen: Am 6. September 1259 schlossen Vertreter der Städte Rostock, Wismar und Lübeck in Wismar ein Schutzbündnis.
Die Vertragspartner verpflichteten sich damit zu gegenseitigem Beistand zu Lande und auf See. Das Bündnis richtete sich in erster Linie gegen die Seeräuber, die damals sehr aktiv waren und den Handel auf der Ostsee gefährdeten. Man wollte einander aber auch im Falle eines Krieges gegen den Landesherren beistehen.
Dieser Vertragsschluss ist ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Hanse: Die Urkunde dokumentiert die Entwicklung der Hanse von einer Gemeinschaft von Kaufleuten zu einem mächtigen Städtebund. Die Mitglieder der Hanse beherrschten vom 13. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts weitgehend den Fernhandel im nördlichen Europa. In Kriegen besiegten sie sogar Königreiche wie Dänemark.
In den drei Bündnisstädten gab und gibt es zum Jubiläum Ausstellungen, Vorträge und Feste. So ist im Rostocker Rathaus noch bis zum 23. August die Ausstellung "Netzwerk Hanse, Handel, Handelswege und kultureller Austausch im Ostseeraum" zu sehen. Höhepunkt der Feiern ist das Koggentreffen in Wismar vom 4. bis 6. September. Besucher können dort die Kogge "Wissemara" zusammen mit anderen Nachbauten dieser typischen Hanseschiffe erleben: In einer Seeschlacht im Alten Hafen kämpfen sie noch einmal symbolisch gegen Piraten.
Am Jahrestag des Vertragsschlusses wollen die Bürgermeister der drei Hansestädte das Bündnis erneuern. Das wird natürlich den heutigen Notwendigkeiten anpasst: Statt sich vor Piraten zu schützen geht es heute um gemeinsame Vorhaben beim Ostseeschutz, der Baukultur und der Stadtentwicklung.