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Vom Leben auf dem Land

Agrarmuseen in Mecklenburg-Vorpommern

Asymmetrische Stallscheune, Quelle: Mönchguter Museen
Asymmetrische Stallscheune, Quelle: Mönchguter Museen

20.08.2009 - Sanfte Hügel, Felder, Wäldchen und Seen – das ist die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns von einer ihrer besten Seiten. Seit Jahrhunderten ist sie geprägt von der Landwirtschaft, deren Anfänge bis in die Jungsteinzeit (ca. 3.500 vor Chr.) zurückreichen.

Seitdem entwickelte sich eine vielseitige Kulturlandschaft. Zeugnisse der "jüngeren" Agrargeschichte findet man fast überall im Land, seien es reetgedeckte Scheunen, Katen oder die charakteristischen Hallenhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Die Bewirtschaftung der Äcker war über Jahrhunderte hinweg eine mühselige und anstrengende Arbeit. Heutzutage kann sich kaum jemand vorstellen, wie Landwirtschaft ohne die Hilfe großer Maschinen vonstatten ging.

Agrarmuseen bewahren Zeugnisse der Landwirtschaft

Um dieses Wissen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, stehen viele beispielhafte Gebäudeensembles in Mecklenburg-Vorpommern unter Denkmalschutz und locken als Freilichtmuseen große und kleine Besucher. Sie gehören in der Sommersaison zu den beliebtesten Museen, denn hier sieht man die Ausstellungsstücke nicht nur hinter Glasvitrinen. Auf großen Freiflächen werden historische Ackergeräte bis in die jüngere Gegenwart gezeigt und auch vorgeführt. Das ist Geschichte zum Anfassen.

Neben den landwirtschaftlichen Geräten zeigen die Freilichtmuseen auch komplett ausgestattete Bauernstuben, die das Leben der Bauern illustrieren. Je nach Region und Lage der Museen sind weitere Ausstellungsschwerpunkte Fischerei- oder Forstwirtschaft. Sie waren ebenfalls wichtige Aspekte des Lebens auf dem Land.

Mönchguter Museumshof

Ein Freilichtmuseum mit besonderem Standort ist der Mönchguter Museumshof. Das Ensemble aus vier Gebäuden, u. a. ein Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert und eine Stallscheune, dessen Kern auf das Ende des 17. Jahrhunderts datiert, ist Teil der Mönchguter Museen. Zu ihnen gehören sechs weitere Standorte auf der Halbinsel Mönchgut südöstlich von Rügen. Auf Mönchgut gab es sogenannte Fischerbauern, daher wird auf dem Museumshof auch das Handwerkszeug von Fischern ausgestellt.

Agrarhistorisches Museum Alt Schwerin

Einen Blick auf die jüngere Agrargeschichte können Besucher im Agrarhistorischen Museum Alt Schwerin werfen. Ein Schwerpunkt des Freilichtmuseums, das mitten im Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide liegt, ist die Entwicklung der großen Güter in der Landwirtschaft, speziell nach 1945. Wie entwickelten sich etwa die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) oder Volkseigenen Güter (VEG) der DDR? Die zahlreichen Ausstellungsobjekte des 1963 gegründeten Museums werden auf einem ritterlichen Gutshof präsentiert, zu dem ein Herrenhaus, verschiedene Wirtschaftsgebäude und Landarbeiterhäuser sowie ein Park und Alleen gehören.

Thünen-Museum Tellow

Östlich von Güstrow, am Rande der Mecklenburger Schweiz befindet sich Tellow. Dort widmet sich das Thünen-Museum Tellow mit seiner großzügigen Gutsanlage der regionalen Landwirtschaftsgeschichte und dem Wirken des international anerkannten Wirtschaftswissenschaftlers Johann Heinrich von Thünen (1783-1850), der hier im 19. Jahrhundert ein Mustergut errichtete. Das Museum beherbergt auch die "Nationale Thünengedenkstätte".

Weitere Freilichtmuseen

Weitere wichtige Freilichtmuseen, die sich mit Agrargeschichte befassen, sind das Freilichtmuseum Schwerin-Mueß und das Freilichtmuseum Klockenhagen. Ersteres ist zugleich auch Mecklenburgisches Volkskundemuseum. Dort werden unter anderem bäuerliche Trachten und Hausrat ausgestellt. Außerdem können hier Besucher die Bank einer Dorfschule drücken und in einem Kräutergarten spazieren. In Klockenhagen sind auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern 17 ländliche Gebäude zu sehen, unter anderem niederdeutsche Hallenhäuser, eine Bockwindmühle und eine Fachwerkdorfkirche. Verschiedene Gärten und Musterparzellen des Feldbaus ergänzen die architektonischen Beispiele. In beiden Freilichtmuseen werden die Ausstellungen regelmäßig durch Veranstaltungen und Vorführungen von alten Handwerken ergänzt.

Außerdem gibt es in vielen Gemeinden so genannte Heimatstuben, die ebenfalls über das Leben der Landbevölkerung Auskunft geben. Oft sind sie in historischen Gebäuden untergebracht. Ein Besuch lohnt sich!


Mehr Informationen:

Weitere Agrarhistorische Museen und Heimatstuben finden Sie unter:



Quelle: Kulturportal Mecklenburg-Vorpommern, Museumstour.de, Agrarhistorisches Museum Alt Schwerin, Mönchguter Museen, Thünen-Museum Tellow

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Zusatzinformationen


Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut