07.07.2009 - Für Eisenbahnfreunde erfüllt sich am Freitag ein Traum: Die Mecklenburgische Bäderbahn Molli stellt die erste seit 50 Jahren in Deutschland gebaute Dampflok in Dienst. Gefeiert wird das Ereignis mit einem großen Fest am 10. und 11. Juli. Geplant sind unter anderem Sonderfahrten mit dem "Hundertjährigen Zug" und eine Parade mit allen vier betriebsfähigen Dampfloks der Baureihe "99.32".
Die neue "99.2324-4" soll künftig Touristen und Einheimische über die 15,4 Kilometer lange Strecke zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn transportieren. Ziel des Neubaus ist es, die alten Loks zu entlasten und die bislang hohen Instandsetzungskosten zu reduzieren.
Spezialisten des Dampflokwerks im thüringischen Meiningen bauten die neue Lok in nur 15 Monaten. Sie entstand als Kopie einer Kleinserie von drei Lokomotiven, die die Firma Orenstein & Koppel 1932 speziell für die Strecke Bad Doberan - Kühlungsborn lieferte. Für das Projekt wurden alte Konstruktionszeichnungen gesichtet und der heutigen Technik angepasst: Nähte sind verschweißt und nicht vernietet, moderne Leuchtdioden ersetzen alte Glühlampen. Geheizt wird natürlich weiterhin mit Kohle.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat den Neubau mit 1,75 Millionen Euro gefördert und übernimmt damit einen großen Teil der Gesamtkosten von 2,5 Millionen Euro. Das Verkehrsministerium begründet die Förderung mit der großen Bedeutung des Molli als Verkehrsmittel und Touristenattraktion.
Für Dampflokfans hält Mecklenburg-Vorpommern übrigens noch andere Highlights parat: So fährt mit dem "Rasenden Roland" auf Rügen eine zweite Schmalspurbahn durchs Land. Nicht weit entfernt von der Strecke des "Rasenden Rolands" liegt in Prora das Eisenbahn- und Technikmuseum, in dem die größte Dampflok Europas, eine russisches Schnellzuglok vom Typ P36-0123, zu sehen ist. Auch in der Landeshauptstadt Schwerin lässt sich bald wieder historische Dampftechnik erleben: Noch in diesem Sommer soll eine 111 Jahre alte Lok wieder fahrtüchtig sein.
Quelle: Mecklenburgische Bäderband Molli, Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, Schweriner Volkszeitung