Drei neue Ausstellungen im Februar zeigen die Vielseitigkeit der Kunst in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam ist ihnen die Zusammenarbeit mit renomierten europäischen Ausstellungshäusern. Das Staatliche Museum im Schwerin widmet sich mit "Der Bloemaert-Effekt" dem Goldenen Zeitalter der Malerei in den Niederlanden und setzt damit die Zusammenarbeit mit dem Centraal Museum in Utrecht fort. Die Ernst Barlach Stiftung zeigt "Ernst Barlach – Bilder vom Tode im Werk eines deutschen Expressionisten", die bereits im Nationalmuseum Stettin zu sehen war. In der Kunsthalle Rostock dreht sich alles um die zeitgenössische Kunst Schwedens. Für "Falling from Grace" arbeitete sie mit dem Kunstmuseum Kalmar zusammen.
Das Staatliche Museum in Schwerin setzt seine Reihe mit Werken Niederländischer Meister fort und zeigt vom 24. Februar bis 28. Mai 2012 eine Ausstellung über Abraham Bloemaert (1566 – 1651). Er gilt neben Rembrandt als einer der einflussreichsten Maler im 17. Jahrhundert in den nördlichen Niederlanden. Besonders die leuchtende Farbigkeit seiner Bilder beeindruckte seine Zeitgenossen.
Sein Werk reicht von großen, imposanten Altarbildern über liebliche Madonnen im kleinen Format bis hin zu komplexen mythologischen Themen. Als Künstler beeinflusste er maßgeblich drei wichtige Strömungen in seiner Lebenszeit: den Manierismus, den Caravaggismus und den Klassizismus. Er tat dies nicht zuletzt dadurch, indem er sein Wissen an seine Schüler in der so genannten Utrechter Schule weitergab.
Die Ausstellung in Schwerin beschäftigt sich als erste mit dem Gesamtwerk Bloemaerts und zeigt die Vielseitigkeit seines langen Schaffens. Dafür arbeitete das Staatliche Museum eng mit dem Centraal Museum in Utrecht zusammen. Die etwa 50 Gemälde, 31 Zeichnungen und 33 Drucke stammen nicht nur aus Utrecht, sondern wurden aus Sammlungen auf der ganzen Welt zusammengetragen.
Die erste große Ausstellung des Jahres der Ernst Barlach Stiftung in Güstrow widmet sich vom 26. Februar bis 10. Juni 2012 den Arbeiten Ernst Barlachs (1870 – 1938) zur Bestattungskultur. Die kooperative Exposition lief im vergangenen Jahr bereits im polnischen Nationalmuseum in Stettin.
Die Gestaltung von Grabmälern begann für den Bildhauer mit einem großen Grabmal für die Familie des Reeders Gustav Moeller um 1901/02. Er orientierte sich zunächst an französischen Vorbildern, entwickelte dann jedoch eigene Formen und Gestaltungsprinzipien unter Einfluss der damals modernen Strömungen.
Diesen Weg zeichnet die Ausstellung nach und stellt dabei wichtige und bemerkenswerte Stationen in der Entwicklung vor. So gestaltete Barlach zwei Grabmäler in den 1920er Jahren, die auf rein abstrakte Formen zurückgreifen. Im Zentrum der Ausstellung steht das Werk "Mutter Erde", das für den Stettiner Zentralfriedhof entworfen wurde und sich jetzt im Park der Güstrower Gertrudenkapelle befindet. Zwei Skizzen und drei Modelle verdeutlichen den Schaffensprozess bei diesem Werk. Weitere Grabmale gruppieren sich in der Ausstellung um diese zentrale Arbeit.
Die Kunsthalle Rostock tritt mit der Ausstellung "Falling from Grace" erneut in den Dialog mit der schwedischen Kunstszene. Vom 17. Februar bis 9. April 2012 stehen Werke aller Gattungen von Künstlern im Mittelpunkt, die in den 1990er und 2000er Jahren in Schweden aufgewachsen sind.
Der Titel der Schau - zu deutsch "In Ungnade gefallen" – bezieht sich auf das zentrale Thema an: soziale Veränderungen in Schweden. Die Künstler verarbeiten die negative Erfahrungen der jungen Generation mit den Grenzen des schwedischen Wohlfahrtmodells und suchen nach einer Neudefinition. Dabei beschreiten sie eigene Wege, um sich aus der Opferrolle zu befreien und in einer globalisierten Welt zu bestehen. Manche der künstlerischen Lösungen ecken an und wurden so in der Vergangenheit in ihrem gesellschaftlichen Umfeld als provokant empfunden. Sie lösten in Schweden Debatten über den Stellenwert der Kunst und des Künstlers in einer Zeit sozialer Veränderungen und Entwicklungen aus.
Quellen: Staatliches Museum Schwerin, Ernst Barlach Stiftung, Kunsthalle Rostock, Wikipedia, epd